Logo der KEB Regensburg

Foto-Wanderausstellung "Jakobsweg und europäische Identität"

Foto-Wanderausstellung "Jakobsweg und europäische Identität"

Der Jakobsweg verbindet Europa. Das zeigt nicht nur das beeindruckende Netz der Jakobswege im Mittelalter. Auch in den letzten Jahrzehnten sind diese Wege eine lebendige Verbindung von Menschen aus ganz Europa, ja der ganzen Welt geworden. So wurde der Jakobsweg  1987 vom Europarat zur „Ersten Europäischen Kulturstraße“ ernannt und besteht seit über einem Jahrtausend als lebendiger Ausdruck europäischer Identität. Diesen Hintergrund greift der Titel der Ausstellung „Jakobsweg und europäische Identität“ auf.

Wo ist die Foto-Ausstellung zu sehen?

Nicht nur in Santiago de Compostela - auch bei uns im Bistum Regensburg ist die außergewöhnliche Wanderausstellung zu sehen. Eine Übersicht der Ausstellungsorte im Heiligen Jahr 2021-22 finden Sie hier.

Ein besonderer Höhepunkt ist die feierliche Eröffnung im Besucherzentrum Welterbe am Sonntag, 8. Mai 2022, um 17 Uhr. Grußworte sprechen für die Kirche der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Bischof von Pilsen Tomas Holub. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer begrüßt im Namen der Stadt Regensburg. Den Eröffnungsvortrag hält der interanational bekannte Historiker und Spezialist für den Jakobsweg Prof. Dr. Klaus Herbers von der Universität Erlangen zum Thema: „Santiago und die Pilgerfahrten nach Compostela – Globalisierung im Zeichen der Muschel“. Infomationen/Anmeldung zur Auftaktveranstaltung (08.05.2022) Online-Teilnahme finden Sie hier.

Falls Sie keine Möglichkeit haben, die Exponate an einem der Ausstellungsorte selbst zu genießen, steht Ihnen unser virtueller Ausstellungsraum zur Verfügung, wo Sie auch die spannenden Audio-Kommentare zu den Fotos nachhören können.

Alte und neue Verbindungen

Die Ausstellung zeigt mit dem Jakobsweg in Böhmen und Ostbayern Teile des Jakobsweges, die im breiten Bewusstsein nicht so präsent sind. Gerade diese Wege, von Prag und Pilsen nach Regensburg führen über den ehemaligen „Eisernen Vorhang“ und erinnern an jahrhundertealte vielfältige Verbindungen, die von dieser Grenze jäh durchtrennt wurden. Nach dem Verschwinden des “Eisernen Vorhangs“ (1989) sind alte Verbindungen zwischen Pilsen und Regensburg wiederaufgelebt. Neue Beziehungen sind entstanden, wie Partnerschaften zwischen beiden Städten, Bistümern, Universitäten und deren spanischen Kulturzentren. 2004 wurde der Ostbayerische Jakobsweg vom Grenzübergang Eschlkam/Všeruby bis nach Donauwörth durch die Fränkische St. Jakobusgesellschaft markiert.

Die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg arbeitet grenzüberschreitend bei ihren begleiteten Pilgerwanderungen auf dem Jakobsweg eng mit der tschechischen Jakobsweggesellschaft „Ultreia“ zusammen, die den Weg von Prag bis zur Grenze markiert hat. Einzelpilger sowie Pilgergruppen aus beiden Ländern machen sich diesseits und jenseits der Grenze immer wieder auf den Weg.

Impressionen europäischer Begegnungen

Viele Bilder der Ausstellung sind auf deutsch-tschechischen Wanderungen von Prag nach Regensburg anlässlich des Katholikentages 2014 in Regensburg entstanden, der unter dem Motto stand: „Mit Christus Brücken bauen“. 2015 war Pilsen Europäische Kulturhauptstadt. Vor diesem Hintergrund machte sich im selben Jahr eine Gruppe von Tschechen, Spaniern und Deutschen auf Spurensuche des alten Jakobsweges von Pilsen nach Kdyně. Diese Gegend spielt eine große Rolle in der Vita des hl. Wolfgang, des Regensburger Bistumspatrons, und ist auch für Westböhmen von großer Bedeutung.

Begegnungen am Weg, Gespräche am Abend und Stationen wie die am Hohen Bogen mit den ehemaligen Abhörtürmen des „Kalten Krieges“ konnten sowohl den Umbruch in Europa eindrucksvoll veranschaulichen als auch sein Zusammenwachsen erfahren lassen. Durch die Beteiligung des vom Forschungszentrum Spanien der Universität Regensburg organisierten Festivals cinEScultura wurden die tschechisch-bayerischen Beziehungen in einen größeren europäischen Kontext gestellt und gefeiert. Ein dreisprachiges Buch mit dem Titel der Ausstellung rundet das Projekt ab.

Die 40 Bilder der Fotoausstellung dokumentieren nicht nur diese Wanderungen. Sie stammen von Gerald Richter, Thomas Wiedmann, Michael Jaumann und Gregor Tautz.  Die Bilder zeigen vielfältige Jakobsdarstellungen aus verschiedenen Jahrhunderten auf beiden Seiten der Grenze und vermitteln den Reiz der unterschiedlichen Landschaften. Sie geben auch Zeugnis dafür, dass der christliche Glaube über Jahrhunderte diese Länder verbunden hat. Nicht zuletzt machen Sie Lust, sich vor der eigenen Haustüre selbst einmal auf den Jakobsweg zu machen – allein, mit Freunden  oder bei den zahlreichen begleiteten Pilgerwanderungen der Katholischen Erwachsenenbildung.

nach oben springen