St. Peter und Paul in Reißing. Eine Kirche der Gegenreformation?

Kirchenführung mit Jutta Göller

Führung

Nach einem Brand wurde die ehemalige Pfarrkirche von Reißing, die heute zur Pfarrgemeinde Saal gehört, kurz vor der Mitte des 18. Jahrhunderts im Stil des Spätbarock neu erbaut. Bei den Altären dürfte die Bildhauerschule von Joseph Anton Machalky und Franz Anton Neu (Ney) mitgewirkt haben, die auch im benachbarten Saal und Abensberg Altarfiguren gestaltet hat.
Bei den Deckengemälden, ebenfalls um 1750 herum, fällt ein Bild auf, das zwei protestantische Prediger im Disput zeigt, denen geflügelte Teufel in die Ohren blasen. In dieser seltenen Darstellung scheint sich die gegenreformatorische Polemik der Jesuiten verwirklicht zu haben, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft, nämlich in Biburg und Allersdorf, niedergelassen hatten.
Hier erhebt sich nun die grundsätzliche Frage, wie man im heutigen Geist der Ökumene und des interreligiösen Dialogs mit solch zeitgebundenen "Schmähbildern" umgehen soll - soll man sie ignorieren oder gar übertünchen? Eine besondere Brisanz erhält diese Frage auch im Rahmen der Antisemitismus-Debatte, bei der es um sog. "Schandsteine" und ähnliche Darstellungen geht.- Die Erinnerung ist die Basis für die Zukunft der Verständigung.

Referentin:

Dr. Jutta Göller

Datum Fr 17.09.2021, 18.00 Uhr
Ort Saal-Christkönig, Reißing, vor der Kirche
Gebühr kostenpflichtig, aber Sie geben, was Sie können und wollen

Hinweis: Es besteht im Anschluss an die Führung die Möglichkeit zur Einkehr im Gasthaus Meinzer.

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