FILMARBEIT

Film im Gespräch 
"Von Menschen und Göttern" 

Filmvorführung und anschließende Diskussion

mit Moderation von Beate Eichinger,
KEB im Bistum Regensburg

Mi, 1. Feb 12, 19.30 - 22.00 Uhr 

Schloss Spindlhof, Regenstauf

Zum Film:

Frankreich 2010, 122 min

Drehbuch und Regie: Xavier Beauvois

Darsteller: Lambert Wilson, Michael Lonsdale, Philippe Laudenbach, Olivier Rabourdin, Jacques Herlin

Sie leben in Harmonie mit sich selbst und mit ihren muslimischen Nachbarn irgendwo im nordafrikanischen Atlas-Gebirge und sind aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft und ihrer medizinischen Kenntnisse in der bitterarmen Gegend sehr beliebt. Die meisten der aus Frankreich stammenden Trappistenmönche sind älter als 50 und werden von Bruder Christian geführt. Neben ihm ist v.a. der bereits betagte und asthmakranke Bruder Luc bei den Bewohnern der Gegend beliebt, denn er versorgt die Kranken und hat selbst für die Liebesnöte junger Mädchen stets ein offenes Ohr und einen väterlichen Ratschlag parat.

Die Idylle der friedlichen Koexistenz ist jedoch bedroht durch die sich häufenden Anschläge radikaler Muslime, die Nordafrika Mitte der 1990er erschüttern. Was ist zu tun, wie soll die Gemeinschaft mit dieser allgegenwärtigen Bedrohung umgehen, das sind die Fragen, die Christian und seine sieben Mitrüder von nun an Tag und Nacht umtreiben. Als die Mönche aus Nächstenliebe auch noch einen verletzten Terroristen medizinisch versorgen, kommen zu den Feindseligkeiten der Islamisten auch noch die Verdächtigungen und zunehmenden Drangsalierungen seitens des Militärs dazu, das die Mönche am liebsten außer Landes schaffen würde.

Über die Frage "gehen oder bleiben" gibt es zunächst unterschiedliche Meinungen. Doch je mehr sich die Lage zuspitzt, desto deutlicher wird auch den Zweiflern, dass sie berufen sind, an diesem Ort auszuharren, dass sie hier gerade in den schweren Zeiten ihre Bestimmung gefunden haben.

 

Zum Gespräch:

Beauvois' virtuos inszeniertes Meisterwerk besticht durch sachte Langsamkeit und kühle Nüchternheit, durch Gemeinschaftsrituale und Gemeinschaftsgefühl. Der spirituelle Mikrokosmos ist eingebettet in eine berauschend schöne Landschaft. Mit kraftvollen Schauspielern und ohne inszenatorische Mätzchen kreiert der Regisseur eine berührende Parabel über Toleranz und Mitmenschlichkeit in brutalen Zeiten.

Im Gespräch mit der Theologin Beate Eichinger wird die provozierende Forderung der Feindesliebe und der Überwindung von Gewalt eine große Rolle spielen. Wie verhalten wir uns zu diesem biblischen Ideal? Wie hängen innerliche Spiritualität und die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden zusammen? Auch die Verantwortung der monotheistischen Religionen und ihre Aufgabe in Konfliktsituationen sind spannende Frageansätze.